Zürich Kino Xenix 27.11.2018 18:00
n°1 Zürich | 25.08
Silvie Defraoui
n°2 Zürich | 25.09
Nicole Bachmann
n°3 St. Gallen | 05.10
Ursula Palla
Tina Schulz
n°4 Zürich | 11.10
Esther Mathis
n°5 Lugano | 03.11
M. Margnetti, R.
Comensoli, N. Snozzi,
E. Schenini
n°6 Zürich | 17.11
Magda Drozd
Martina Buzzi
n°7 Zürich | 27.11
Gian-Reto Gredig
Goran Galic
n°8 tba | 05.12
Sally Schonfeldt
Pascal Germann
Gian-Reto Gredig
Goran Galic

Das Godard’sche Film-Urteil «Das ist ein Film, aber kein Kino» lässt sich bestens auf das neuste Kunstprojekt von Goran Galic und Gian-Reto Gredig anwenden. Ausgangspunkt des filmischen Essays The First Picture Show, der als räumliche Installation in naher Zukunft fertig gestellt werden soll, ist die Geschichte des sogenannten «Cinema at the End of the World» in der Wüste von Sinai, das zwar gebaut, aber nie in Betrieb genommen wurde. Der Schöpfer dieses kolossalen Projekts, der Franzose Diynn Eadel Amar, beabsichtigte als Eröffnungsfilm Dersu Uzala (1975) des japanischen Regisseurs Akira Kurosawa zu zeigen. Lief der Projektor damals nie an, so soll er es jetzt: Dersu Uzala dient Galic & Gredig als konzeptuelle Klammer, um die architektonischen Überreste des Openairkinos zu kadrieren.

Im Kino Xenix präsentieren Galic & Gredig exklusiv anhand ausgewählter Ausschnitte den aktuellen Stand ihrer Videoarbeit. Im Gespräch gewähren sie einen Einblick in ihren Arbeitsprozess und diskutieren zusammen mit Yasmin Afschar (Kunsthistorikerin & Kuratorin Aargauer Kunsthaus) die Beweggründe für das Projekt, die Produktionsumstände und einige Kernfragen. Was etwa kann uns ein Kino erzählen, in welchem nie eine filmische Geschichte gezeigt wurde und was hat Kurosawas Film mit der Geschichte dieses Kinos zu tun? Wie lässt sich architektonischer Raum im Film erleben oder können wir eine filmische Handlung nur aufgrund von Kameraeinstellungen und des Schnitts erahnen?

Im Anschluss an das Gespräch (20:15) wird Dersu Uzala in voller Länge gezeigt – eine besondere Gelegenheit, in den Genuss dieser Oscar prämierten Filmperle zu kommen.

Dersu Uzala (Akira Kurosawa, UdSSR/Japan 1975; 136′ OV/d) schildert die Begegnung und Freundschaft zweier ungleicher Charaktere im Fernen Osten Asiens zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Kurosawas Film basiert auf den Reiseberichten des russischen Militäroffiziers und Wissenschaftlers Vladimir Arsenjew. Darin schildert dieser seine militärischen Erkundungsexpeditionen im Zuge des Russisch-Japanischen Kriegs und seine wissenschaftlichen Beobachtungen über den Lebensraum indigener Völker und ihrer Existenz zwischen zwei kolonialen Grossmächten. Der Fallensteller und Jäger Dersu Uzala und seine animistische Weltsicht stehen dabei im Mittelpunkt von Arsenjews Erzählung und schliesslich Kurosawas filmischer Adaption. Der Film ist nicht nur eine Spurensuche über die Moderne zu einem Zeitpunkt, als die Bilder gerade erst laufen lernten. Er ist ein Film über das Kino und dessen Eroberung von mentalen Vorstellungsräumen.

Der Abend wird zusammen mit dem Kino Xenix im Rahmen der Reihe «Meet the Artist» veranstaltet. Eintritt: CHF 16.- / Legi: CHF 13.- / Kulturlegi & Mitglieder: 8.- / Film-Screening im Anschluss: plus CHF 8.-

Xenix, Kanzleistrasse 52, 8004 Zürich